Josef Schulz, Christoph Schaden (text), Gregor Jansen (text)

Poststructure - SPECIAL ED. WITH PRINT ALSO AVAILABLE!


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"Abandoned buildings have a charm of their own. In stark contrast to inhabited ones, life has left them, remaining discernible all the same. In our concept of a life lived it remains present as a memory. Abandoned industrial wastelands, too, exude an air of work and manufacture. These new places of silence seem to ring with the sound of work. This is also the case with office buildings or shops. At some point these were all spaces invested with the hopes for a flourishing business, a business idea or a service and were frequented by numerous people. Düsseldorf artist Josef Schulz has always been interested in places of transition and transformation and, through his photographs, has brought their old or inner life to the surface so that we, too, can see and experience it. His main focus is the contrast between the how it was and the how it is. For his latest series he went to the United States to seek out buildings of this kind. In his customary, New-Sobriety manner he has photographed the abandoned, vacant and mostly locked and boarded up buildings which used to house shops, snack stalls, petrol stations or supermarkets. Frequently, however, we can no longer discern the original use, or owner, or function of the building. Especially then, something akin to a projection space is created in our heads or as on a film set, where the buildings with their appeal ranging from wonderfully banal to surreal are charged with an aura or an identity. We attempt to approach the freestanding buildings from all sides and to re-activate the traces of the former use of the dead building when it was alive. Therefore the photographs by Josef Schulz are also influenced by loss and resignation. Here something has failed whose origin remains hidden and whose context the images deliberately omit. America as the“land of unlimited possibilities”is the past, and unlimited impossibilities are now as present as the over-indebtedness of the Americans. Each beginning contains an ending and every failure contains an oddly shaped ruin. Consequently the photographs of the poststructure series are articulate examples of a remote, beautiful melancholy, more or less borne by the spirit of German Romanticism and melancholy. Paradise Café. Property For Sale." (text: Gregor Jansen©)

"Verlassene Häuser besitzen einen ganz eigenen Charme. Im krassen Gegensatz zu bewohnten ist in ihnen das Leben ausgezogen, gleichwohl spürbar. In unserer Vorstellung von gelebtem Leben bleibt es als Erinnerung präsent. Verlassene Industriebrachen atmen ebenfalls den Hauch der Arbeit und der Produktion. In diesen neuen Orten der Stille ist sozusagen der alte Sound der Arbeit hörbar. Bei Bürohäusern oder Ladenlokalen ist dies sehr ähnlich. Irgendwann waren diese Stätten Hoffnungsräume eines florierenden Business, einer Geschäftsidee oder einer Dienstleistung und von vielen Menschen frequentiert. Der Düsseldorfer Künstler Josef Schulz hat sich schon immer für Orte des Transitorischen und der Transformation interessiert und fotografisch ihr altes oder internes Leben an die Oberfläche des Sichtbaren geholt und erfahrbar gemacht. Sein Hauptaugenmerk liegt zwischen dem Wie es war und dem Wie es Ist. In seiner neuesten Serie hat er sich auf die Suche nach solchen Gebäuden in den Vereinigten Staaten gemacht. Er fotografierte in seiner typisch neu- sachlichen Manier die verlassenen, leer stehenden und gleichwohl meist völlig verschlossenen, versperrten Gebäude von Geschäften, Imbißbuden, Tankstellen oder Supermärkten. Sehr häufig aber ist nicht mehr der ursprüngliche Zweck oder Inhaber und die Funktion des Gebäudes zu erkennen. Gerade dann entsteht so etwas wie eine Projektionsfläche in unseren Köpfen oder an einem Filmset, in dem die wunderbar banal bis surreal anmutenden Architekturen mit einer Aura oder einer Identität aufgeladen sind. Wir versuchen uns dem frei stehenden Gebäude von allen Seiten anzunähern und die Spuren der vormals belebten Nutzung im toten Haus neu zu aktivieren. Die Aufnahmen von Josef Schulz sind somit auch vom Verlust und von Aufgabe geprägt. Hier ist etwas gescheitert, dessen Ursprung verborgen bleibt und dessen Kontext die Fotografien ganz bewußt ausklammern. Amerika als „das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist Vergangenheit und unbegrenzte Unmöglichkeiten sind genauso zeitgemäß wie die große Überschuldung der Amerikaner. In jedem Anfang wohnt ein Ende inne und in jedem Scheitern eine bizarre Form der Ruine. Insofern sind die Fotografien der Poststructure- Serie beredte Beispiele von ferner, schöner Traurigkeit und gleichsam vom Grundzug deutscher Romantik und Melancholie getragen. Paradise Cafe. Property For Sale." (text: Gregor Jansen©)