Reinhard Matz (ed.), Wolfgang Vollmer (ed.), Historische Gesellschaft Köln e.V. (ed.)

Köln und der Krieg. Leben, Kultur, Stadt. 1940-1950


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"Der dritte Band der Erfolgsgeschichte - Terror, Krieg und Neuanfang von 1940 bis 1950 mit vielen noch nie veröffentlichten Bildern
Nach dem großen Erfolg von 'Köln vor dem Krieg' und 'Köln nach dem Krieg' legen Reinhard Matz und Wolfgang Vollmer nun den mittleren Band der Trilogie vor.
Damit schließt sich die Lücke der 1940er-Jahre, in denen der nationalsozialistische Terror und der Bombenkrieg Nächte im Luftschutzbunker erzwangen, Rettung der letzten Habseligkeiten, Verletzte und Tote. 262 Luftangriffe machten aus Köln eine Trümmerlandschaft. 
Aber gegen alle Kriegsklischees fand der Alltag statt: So zeigen Momentaufnahmen Tauben fütternde Frauen und seilspringende Kinder. Kino und Theater erreichten Besucherrekorde, und in den Brauhäusern schmeckte nach wie vor das Bier. Kaum vorstellbar schien Kölns Wiederaufbau im März 1945 und gelang mit alliierter Hilfe dann doch.

Mehr als 300 überwiegend unbekannte Bilder erinnern an den tiefsten Einschnitt der Stadtgeschichte und verdeutlichen, wie das Leben im Krieg aus der Stadt floh und nach dem Zusammenbruch langsam zurückkehrte. Zwölf Textbeigaben von Zeitungsberichten und literarischen Zeugnissen der Zeit ergänzen das Epochenbild.

Mit Fotografien von
Margaret Bourke-White, Chargesheimer, Hermann Claasen, Walter Dick, Theo Felten, Ruth Hallensleben, Willy van Heekern, Paul W. John, Helmut Koch, August Kreyenkamp, Erich Lambertin, Ursula Litzmann, Bernd Lohse, Lee Miller, Julius Radermacher, Fred Ramage, August Sander, Walter Sanders, Heinz Sangermann, Karl Hugo Schmölz, Georg von Stavenhagen, Alfred Tritschler, Benno Wundshammer und vielen anderen

Mit Texten von
Heinrich Böll, Margaret Bourke-White, Irma Brandes, George Orwell, Hans Schalla, Rudolf Schwarz, Wolf Strache und Carl Zuckmayer" (publisher's note)

Review:
"Köln und der Krieg: Leben, Kultur, Stadt – 1940-1950" ist ein Bildband mit Aufsehen erregenden Fotos aus Köln während des Krieges und der Nachkriegszeit.

Es sind Aufsehen erregende Fotos, welche die Historiker Reinhard Matz und Wolfgang Vollmer zusammengetragen haben. Diesmal für „Köln und der Krieg: Leben, Kultur, Stadt – 1940-1950“, letztes Buch ihrer Trilogie zur Kölner Geschichte von 1880 bis 1900. Es ist ein Überblick in Wort und Bild über alle Lebensbereiche: Wirtschaft, Kultur, Politik, Alltag.
Nur ein dunkles Kapitel ist unvollständig: Die Deportation und spätere Ermordung der jüdischen Mitbürger und der Roma und Sinti – sie wurde nicht fotografiert. Zu sehen ist dafür die – entgegen späterer Legendenbildung – Begeisterung der Kölner für das NS-Regime. Selbst noch nach dem 1000-Bomberangriff 1942.

Unbekümmert wurde bei Stollwerck Weihnachten gefeiert, Schaufenster mit Hitler-Bildern geschmückt, mit Hakenkreuzfahnen der Bombenopfer gedacht. Doch langsam überwog das Grauen. Die Fotos zeigen die zerstörten Häuser, auf den Straßen stapeln sich Möbel, die gerettet werden konnten, Tote werden geborgen. Die Flucht ins „sichere“ Rechtsrheinische beginnt.
Köln und der Krieg

Zuerst Trümmerräumen, dann Miss Germany

Dann die Befreiung durch US-Truppen. Panzer vor dem Dom, tanzende Zwangsarbeiterinnen feiern mit den GIs. Kinder 'fringsen' Kohle. Was mag aus der „jungen Dame“ geworden sein, die um 1945 vor der zerstörten Hohenzollern-Brücke für ihren amerikanischen Freund posiert? Was aus dem Mädchen mit der Schaufel geworden ist, die 1946 beim Trümmerräumen half, wissen wir: Margit Nünke wurde 1955 'Miss Germany', 1956 gar 'Miss Europa'.

Schließlich der Wiederaufbau. Man lebt in überfüllten Notunterkünften, schon 1945 wird wieder Theater gespielt (die „Verwechslungskomödie 'Nina'). Straßenbahnen fahren wieder, im heutigen NS-Dokumentationszentrum werden Ehen geschlossen. Hoch über einem Abgrund ragt ein an zwei Seiten wandloser „Seminarraum“ der Universität ins Nichts – dem Lerneifer der Studenten tut dies keinen Abbruch.
Über dem Heumarkt wagen die Artisten der 'Traber-Truppe' den Balanceakt auf dem Hochseil. Pferde-, Rad- und Autorennen locken die Massen. Inmitten der Trümmerlandschaft bietet ein Bretterbüdchen „Italienisches Eis“ an, und ein anderer Geschäftsmann hat eine fragile Glasvitrine mit Kleinmöbeln aufgebaut – das Wirtschaftswunder lässt nicht mehr lange auf sich warten.

Entdeckungsreise mit "Trüffelschweinen"

In einem großzügigen Layout laden die Fotos zur Entdeckungsreise ein. Vollmer und Matz erwiesen sich als wahre „Trüffelschweine“ beim Aufspüren unbekannter Privat-Fotos. Aber auch so prominente Namen wie Hermann Claasen, Walter Dick, August Sander, Alfred Tritschler, Chargesheimer oder Margaret Bourke-White und Lee Miller fehlen nicht.

In leicht verständlichen Texten erläutern die beiden Autoren den historischen historischen Hintergrund. „Garniert“ sind sie mit Zitaten prominenter Zeitzeugen wie Heinrich Böll, George Orwell oder Hans Schalla. Entstanden ist so ein wahrer Prachtband über ein wechselhaftes Kapitel der Stadtgeschichte, das sowohl Anpassungs- wie Aufbauwillen seiner Bewohner zeigt. Und ein Buch, das angesichts der vielen Flüchtlinge nicht nur aus dem Kriegsgebiet einen sehr aktuellen Bezug erhalten hat. (js; Foto: www.koelnerfotoarchiv.de, Quelle: http://www.koeln.de/koeln/koeln-und-der-krieg-ein-buch-mit-aufsehenerregenden-fotos_1033194.html)"