Giesen

Fast Daheim - MY LAST SIGNED COPY!


€ 68,00
inkl. MwSt., zzgl. Versand

 

'Fast Daheim' ist ein melancholischer Schwarz-Weiss-Fotoband mit Bildern aus Köln und dem Umland / den Niederlanden. Der Band ist in drei Kapitel unterteilt, 'Erinnerungen ;& zurück' (etwa 120 Seiten), 'Auf den Spuren der Träume des Honigkuchenpferdes' (etwa 65 S.) sowie 'Fast Daheim' (etwa 30 S.).
Das letzte Kapitel, obschon das Kürzeste, gab dem Buch seinen Namen; der Fotograf / Betrachter nähert sich (wieder) der Heimat. Dargestellt sind vordergründig beiläufig aufgenommene Fotos eines eventuell Umherirrenden - dokumentarische Nahaufnahmen, nicht verfremdet.
Im Gegensatz dazu Kapitel 2, das schon durch seinen Titel künstlerischer anmutet. Hier finden sich ungewöhnliche Blickwinkel, Verfremdungen, Ausschnitte und Stilleben, die ihren geografischen Ursprung für Nicht-Kölner sowieso und für Einheimische beinahe verbergen können.
Der Beginne des Bandes, er macht gut die Hälfte der Bilder aus und ist mit 'Erinnerungen ;& zurück' betitelt, offenbart dagegen die Heimat der Fotos. Die Bilder vom Dom und Umgebung beispielsweise entbehren jedoch jeder touristischen Aussagekraft. Daniel Giesen ist vielmehr in der Stadt unterwegs und es hat den Eindruck, als fotografiere er mit einer Hast, so gewollt unscharf sind viele Bilder. Aber Giesen folgt stilistisch seinem Vorbild, Daido MORIYAMA; er zitiert seine Art & Weise ohne diesen zu kopieren. So ist das verwendete Papier eher matt und die Schwarz-Weiss-Kontraste in 'Fast daheim' viel milder.

'Fast Daheim' wurde von Werner Schäfke kurz vor Druckschluss auch in dessen Band 'Kölns Fotobücher' aufgenommen; ein untypischer Kölnband, EHER in der Tradition eines CHARGESHEIMER Als eines August SANDER!

Review:
"“Fast Daheim” in der Buchhandlung Schaden.com vorgestellt. Es ist eine Art düster-melancholischer Spaziergang durch die Domstadt und andere (urbane) Landschaften. Sein fotografischer Stil ist dabei insofern sehr interessant, weil Giesen häufig zwischen streng-subjektiven und verwackelten Hipshots mit teilweise verschiedenen Bildebenen auf der einen Seite und sehr klaren, “gestalteten” Fotografien auf der anderen Seite hin und her wechselt. Das stört jedoch nicht, sondern ist im Gegenteil sogar eine Bereicherung für das Buch, das komplett in Schwarzweiß gehalten ist.
Denn insgesamt sind seine Bilder geprägt von einem ständigen Nicht-weiter-kommen, von sich überlappenden Ebenen, Mauern, Zäunen und Fenstern. Und manchmal auch von allem zusammen, wie beim Foto vom Maschendrahtzaun, hinter dem zusätzlich ein Sichtschutz aus Schilfrohr steht. Die einzige Lücke darin wird wiederum von einem Baum gefüllt, so dass es für den Betrachter definitiv kein Durchkommen geben kann. Zur trostlosen “Garnierung” wächst am Boden noch ordentlich Unkraut.
Aber selbst, wenn Giesen einmal zu einer Art “Überblick” ansetzt, verschwindet die Aufnahme im Nebel wie beim Blick vom Drachenfels hinunter auf den Rhein (bei dem ich übrigens einige Sekunden gebraucht habe, um den Ort wiederzuerkennen, obwohl ich erst zwei Wochen vorher noch selbst dort oben stand!). Oder Giesen fotografiert die Weite eines Nordseestrandes – und zwar so, dass die Spaziergänger im Hintergrund genauso groß (oder klein!) wirken die die Muscheln im Vordergrund. Hoffnung sieht irgendwie anders aus, Poesielosigkeit kann man Giesen allerdings nicht vorwerfen.
Gleichzeitig ist der Einfluss von Daido Moriyama auf seine Arbeiten nicht zu übersehen – und in einem Bild “zitiert” Giesen den Japaner auch direkt, indem er das Ausstellungsplakat zur Moriyama-Retrospektive in der SK Stiftung Kultur zeigt." (Damian Zimmermann, in: 'Fast Daheim' vin Daniel Giesen vom 23.06.2010, Quelle: http://www.damianzimmermann.de/blog/?p=2775)