Dirk Alvermann

Algerien / L'Algerie - Hardcover Re-edit 2010. Single book from the 'Protest Box'


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"When he went to Algeria in the 1950s Dirk Alvermann was only eighteen, a rebellious West German teenager thrilled by the struggle for freedom by the Algerian people against French colonial rule. Together with a unit of the Algerian liberation army, he found a way to cross the hermetically sealed border from Tunisia into the Eastern Algerian war zone, determined to keep a photographic record of the events unfolding there. After his return to West Germany he set about planning the publication of his work in the most accessible form available.The book should go from hand to hand like a political manifesto." (publisher's note)

This edition is the reprint of 2010, originally part of Martin Parr's 'Protest box'. The title is included in 'The Photobook by Parr & Badger', vol.3, p.190/191.

Bei dieser 'Algerien'-Ausgabe handelt es sich um den 2010er Reprint aus dem Hause Steidl. In gewohnt prächtiger Qualität wurde diese der Originalversion in Cover, Größe und Inhalt identischen Replik für Martin Parr's 'Protest Box' mit 5 Büchern produziert. Hier wird der Band einzeln angeboten.

"Dirk Alvermann war ein rebellischer junger Mann, als er sich in den 1950er Jahren, begeistert vom Freiheitskampf des algerischen Volkes, von Tunesien aus mit der algerischen Befreiungsarmee in das ostalgerische Kriegsgebiet durchschlug, um das dortige Geschehen fotografisch zu dokumentieren.
Zurück in Westdeutschland wollte er seine Bilder möglichst vielen Menschen zugänglich machen, und dafür war das Format der seit 1950 erscheinenden rowohlts Rotationsr-omane ideal. Eine Publikationszusage des Rowohlt Verlags wurde jedoch zurückgezogen. Der Algerien-Krieg und der Kampf der algeri-schen Befreiungsfront FLN war ein zu heikles Thema für die Adenauer-Republik, die sich die deutschfranzösische Aussöhnung auf die Fahnen geschrieben hatte. Das Buch erschien schließlich 1960 im Ost-Berliner Verlag
Rütten & Loening, allerdings nicht in der von ihm gewünschten
TB-Ausgabe, sondern als Hardcover. (...) Das Buch ist heute aktueller denn je, denn es erzählt vom Aufbegehren eines Volkes gegen Unterdrückung und Willkür: sei es gegen den europäischen Kolonialismus, sei es wie heute gegen hausgemachte diktatorische Regime." (publisher's note)

Weitere Titel von Dirk ALVERMANN:
'Keine Experimente. Bilder zum Grund-gesetz' (1961)
'Eine Handvoll Glück' (1970)
'Rostock' (1971)
'Ich liebe Dich' (1979)
'Klein Paris' (2011)
'Streiflichter 1956-65.' (2012)
'dacapo' (2014)
'Zwischen den Zeiten' (2014)

Über den Fotografen (1931-2013):
Alvermann begann 1956 mit Fotografie.
In der Zeit des Wiederaufbaus der Bundesrepublik und des deutschen Wirtschaftswunders war allerdings für die sozialkritische, antikolonialistische und friedenspolitische Sicht seiner Arbeit in Westdeutschland kaum Platz. Mit Ausnahme einiger linksorientierter Wochenzeitungen, wie die Die Tat, Deutsche Volkszeitung oder Die Andere Zeitung, veröffentlichte er seine Bilder hauptsächlich in der DDR sowie in Frankreich, Algerien, England, Italien und Polen. In kurzer Folge entstanden Fotoreportagen über Spanien (1957–62), Algerien (1958–60), Albanien (1962), Westdeutschland (1962–65), Italien (1964) und England (1965).
Die Arbeit dieser Jahre ist vor allem in den Bildbänden 'Algerien-L’Algerie' (1960) und 'Keine Experimente – Bilder zum Grundgesetz' (1961) dokumentiert. Ein geplanter Bildband über Spanien, 1963 von Edition Leipzig, durfte auf Einspruch der spanischen Exil-KP nicht erscheinen. Neben der Fotografie machte Alvermann auch die Dokumentarfilme 'Algerische Partisanen' (1962) und führte die Kamera bei Peter Nestlers 'Arbeiterclub in Sheffield' (Sendetitel: 'Menschen in Sheffield') ,1965.
Von 1962 bis 1965 arbeitete Alvermann als frei-fester Mitarbeiter der NBI, veröffentlichte aber auch in Quick, Magnum und Das Magazin.

Nach längeren und wiederholten Aufenthalten in Algerien und Spanien übersiedelte Alvermann 1959 nach Westberlin und 1966 schließlich nach Ostberlin (DDR). 1969 erschienen hier seine Fotodokumentation 'Wolfgang Heinz inszeniert Gorkis Feinde' und im gleichen Jahr der erzählende Bildband über die Schauerleute im Rostocker Überseehafen 'Eine Handvoll Glück'.
Im Jahr darauf folgte das Stadtporträt 'Rostock' und 1979 das fast schon legendäre Fotobuch 'Ich liebe Dich' - Alvermanns als vorläufige fotografische Schlussbilanz ausgegebener und wohl neben dem Algerienbuch bekanntester Bildband.
Ein gemeinsam mit dem Warschauer ARD-Korrespondenten Ludwig Zimmerer während vieler Jahre (1962–77) verfolgte Projekt eines Bildbandes über Arbeiten und Leben polnischer Volkskünstler (Holzschnitzer und Maler) wurde nicht realisiert.
Zwischen 1972 und 1976 arbeitete Alvermann als Dokumentarfilmregisseur beim Fernsehen der DDR für das 'Kulturmagazin'. Bei Abwicklung des DDR-Fernsehens während der deutschen Wiedervereinigung wurden nahezu sämtliche dort unter seiner Regie entstandenen Filme (bis heute spurlos) entsorgt.

Bereits seit den 1960er Jahren widmete sich Alvermann mehr und mehr der schriftstellerischen Arbeit (...) 1980 wurde er in den Schriftstellerverband der DDR aufgenommen und als Vertreter junger Autoren in den Bezirksvorstand gewählt. Als dessen Delegierter reiste er im Folgejahr mit Rainer Kerndl zu einem Kongress des palästinensischen Schriftstellerverbandes nach Beirut, der allerdings aufgrund der sich damals dort extrem zuspitzenden militärischen Spannungen nicht stattfand.
Hier entstanden seine letzten geschlossenen fotografischen Arbeiten in palästinensischen Flüchtlingslagern. 1982 schied Alvermann auf eigenen Wunsch aus dem Bezirksvorstand des Schriftstellerverbandes aus, übersiedelte in den (damaligen) Bezirk Schwerin und fand dort Aufnahme in eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG), eine Erfahrung, die er 1999 in der 'Crivitzer Chronik' literarisch verarbeitet hat.

1991 erhielt Alvermann eine Anstellung als Archivar des Stadtarchiv Rehna. Im Jahr darauf gehörte er zu den Gründern der Kulturinitiative Maurine-Radegast e. V., wurde zu deren 1. Vorsitzendem gewählt und gab in ihrem Auftrag mehrere heimatkundliche Publikationen heraus.

2006 und 2008 gestaltete er mit den Bildbänden 'Zwischen den Zeiten – Rhapsodie in Schwarzweiß' (2006) und 'dacapo' (2008) eine Werkschau seiner zwischen 1956 und 1982 entstandenen Arbeiten.
2011 folgten die Fotobücher 'Klein Paris' mit Nachkriegsimpressionen seiner Geburtsstadt Düsseldorf sowie der Faksimile-Reprint und Neuauflage in französischer, englischer und deutscher Sprache des inzwischen legendären Algerienbuchs zum Befreiungskampf der bis 1962 französischen Kolonie.

Alvermanns buchschöpferische Tätigkeit setzte sich 2012 in „Streiflichter 1956–65“ fort, einem Bildband fotografischer Kurzerzählungen über Warschau, Tirana, Neapel, Peñíscola und Sheffield.
Am 3. September 2013 verstarb Dirk Alvermann." (Quelle: wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Alvermann_(Fotograf))