Wawrzyniec Kolbusz, Mateusz Sarello (ed.), Krzysztof Pijarski (essay)

Sacred defense - ONLY TWO SIGNED COPIES LEFT!


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"'Sacred Defense' is embedded mainly in the post-war reality of the Iraq-Iran war (1980– 1988), an internationally forgotten conflict which cost nearly a million lives and caused a deep national trauma with consequences comparable to the impact of the Second World War on Western societies. In the Iranian historiography, this war is called the Sacred Defense War; a very particular concoction of religion and war.

The book 'Sacred Defense' is a story of producing artificial war images and reconstructing historical events to create a group memory. It not only traces the existing modes of construction of fake war narrations. It also creates a new, war-related simulacra in digitally amended satellite images of nuclear installations.

'Sacred Defense' is a game, in which images make us believe we see the war. We are looking at illusions, however. We follow how the war simulacra of social and political importance are being created within different spaces and narrations.
A cinema city, constructed only for the purpose of shooting war movies, is a self-referencing space, created not to be experienced itself, but to become an image of war. Museums mimic the wartime reality in the smallest detail; with wax figures of particular martyrs allow to meet fallen heroes again; and plastic replicas of antipersonnel mines sold as souvenirs.

From a play between the copy and the original, author leads us to the point where he creates new simulation. He amends satellite images of Iranian nuclear installations with mutually exclusive versions of destruction, which may be caused by a hypothetical Western strike. Buildings destroyed in some images stand intact in others, and all parallel versions of the same event are presented on a single satellite map.
On the one hand, we have alternative versions of destruction, but at the same time we see a multiplication of the same strike, a repetition required, to use Milan KUNDERA’s view, to create real meaning in historical events. Yet in his self-referencing simulations, the author does not use past events as a basis, but instead is plotting alternatives and producing 'proofs' of an event that never happened despite being widely discussed in the media." (publisher's note)

"Sacred Defense (dt.: Die heilige Verteidigung) ist vor allem eingebettet in die Nachkriegs-Realität des Irak-Iran-Krieges (1980-1988), ein international vergessener Konflikt, der fast eine Million Menschenleben kostete und ein tiefes nationales Trauma verursacht hat, zu vergleichen mit den Auswirkungen des Zweiter Weltkrieg in den westliche Gesellschaften.
In der iranischen Geschichtsschreibung heißt dieser Krieg 'Sacred Defense' (dt.: der heiligenVerteidigungskrieg), eine ganz besondere Mischung aus Religion und Krieg.

Das Buch 'Sacred Defense' ist eine Geschichte der Herstellung künstlicher Kriegsbilder und der Rekonstruktion historischer Ereignisse, die ein Gruppengedächtnis schaffen sollen. Es spürt nicht nur die vorhandenen Formen der Konstruktion von gefälschten Kriegserzählungen nach, sondern schafft auch eine neue, kriegsbezogene Simulacra in digital veränderten Satellitenbildern kerntechnischer Anlagen.

'Sacred Defense' ist ein Spiel mit Bildern, die glauben machen (sollen), dass wir den Krieg sehen. Wir betrachten jedoch Illusionen. Wir folgen, wie die Kriegs-Simulacra von sozialer und politischer Bedeutung in verschiedenen Räumen und Erzählungen entstehen.
Eine Kino-Stadt, die nur zum Zweck der Herstellung von Kriegsfilmen dient, ist ein selbst referenzierender Raum, der geschaffen wurde, um nicht sich selbst zu erleben, sondern ein Bild des Krieges zu werden.
Museen imitieren die Realität des Krieges bis ins kleinste Detail; Wachsfiguren bekannter Märtyrer erlauben es, die gefallene Helden wieder zu treffen und Plastikrepliken von Antipersonenminen, werden als Souvenirs verkauft.

Vom Spiel zwischen der Kopie und Original, führt uns der Autor KOLBUSZ zu dem Punkt, wo er neue Simulation schafft. Er verändert Satellitenbilder von iranischen Atominstallationen mit gegenseitig ausschließenden Versionen der Zerstörung: Gebäude, die in einigen Bildern zerstört wurden, stehen in anderen völlig intakt, und alle parallelen Versionen desselben Ereignisses werden auf einer einzigen Satellitenkarte dargestellt.
Auf der einen Seite haben wir also alternative Versionen der Zerstörung und zugleich sehen wir eine Vervielfältigung des gleichen Ereignisses, eine Wiederholung, die nach Ansicht Milan KUNDERAs genutzt wird, um historischen Ereignissen eine echte Bedeutung zu geben. Doch in seinen selbst referenzierenden Simulationen nutzt der Autor keine vergangenen Ereignisse als Basis, sondern lenkt stattdessen Alternativen und produziert so genannte 'Beweise' eines Ereignisses, das sich niemals ereignet hat, obwohl es in den Medien weitgehend diskutiert wurde." (publisher's note)