Stephen Gill, Karl Ove Knausgard (text)

Night Procession - HIGHLY RECOMMENDED! also here available: SPECIAL ED. with PRINT!


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"The photographs in 'Night Processing' have a ceremonial quality about them, as if the animals and the birds present themselves to us one by one – the fox, the hare, the wild boar, the deer, the mouse, the snail, the bird of prey, the fledglings, the owl – as well as something rather solemn, in that we see them the way they are in themselves, in their own world, normally so out of reach from our own.
The world we see in these images is a secret world, though no less so when light re- turns to the land, the animals retreat into hiding and the forest again becomes recognisable to us; on the contrary, the mystery seems only to thicken." (Karl Ove KNAUSGARD, in: The world inside the world)

"In March 2014, my family and I moved from East London to rural south Sweden where my partner Lena is from. I understood that these new surroundings would inform my work in very different ways and that nature would play a key role. I was looking forward to making work that did not feel restricted and suffocated by modern photographic technology nor would make an inaccurate projected impression of the natural landscape we had become part of. 
On my many walks, I soon came to realise that this new, apparently bleak, flat and open landscape was in fact teeming with intense life. Small clues appeared during daylight hours that helped me understand the extent of activity during the night. Clusters of feathers, animal footprints of all sizes showing regular overlapping routes, gnawed branches, eggshells, ant hills, nibbled mushrooms and busy snails and slugs working through the feast provided from the previous night
I started to imagine the creatures in absolute darkness on the forest floor driven by instincts and their will to survive. I imagined them encountering each other. I thought of their eyes – near redundant in the thick of the night – and their sense of smell and hearing finely tuned and heightened. 
Envisaging where this activity might unfold, coupled with a hopeful foresight; I placed cameras equipped with motion sensors, to trees, mostly at a low level, so that any movement triggered the camera shutter and an infra-red flash (which was outside the animals’ visual spectrum). 
The first results filled me with fascination and joy as they presented what felt like stepping off into another parallel and unearthly world.   The silent photographs also seemed to invent sounds. This frame of mind and way of working took me back to my first ever photo project at the age of 13, sitting in the bathroom window of my parents’ house in Bristol with a 10-metre cable release, attached to the camera, attempting to photograph garden birds.
As time went on I started to think, if I were a deer where would I drink from, or if an owl where would I prefer to perch, and positioned cameras in such places. I was already composing the rectangular view in my mind’s eye – even though the nocturnal animals were absent – imagining they were there.  Nature itself helped to decide the palette and the feel of the images as plant pigments were incorporated from the surrounding areas to make the final master prints." (Stephen GILL)

"Die Fotografien in 'Night Processing' verfügen über eine zeremonielle Qualität, als ob sich die Tiere und die Vögel einzeln präsentieren würden - der Fuchs, der Hase, das Wildschwein, der Hirsch, die Maus, die Schnecke, der Raubvogel, die Jungvögel, die Eule - und zudem hat es etwas ziemlich Feierliches, indem wir sie so sehen, wie sie in sich selbst ruhen, in ihrer eigenen Welt, normalerweise so außerhalb unserer Reichweite.
Die Welt, die wir in diesen Bildern sehen, ist eine geheime Welt, aber nicht weniger, wenn das Licht in das Land zurückkehrt, ziehen sich die Tiere zurück und der Wald wird wieder für uns erkennbar; im Gegenteil, das Geheimnis scheint sich nur zu verdichten. "(Karl Ove KNAUSGARD, in: Die Welt in der Welt)

"Im März 2014 zogen meine Familie und ich von Ost-London in den ländlichen Süden Schwedens, wo meine Partnerin Lena ist. Ich verstand, dass diese neue Umgebung meine Arbeit auf sehr unterschiedliche Weise beeinflussen würde und dass die Natur eine Schlüsselrolle spielen würde.
Wir haben uns darauf vorbereitet, Arbeiten zu machen, die sich von der modernen Fototechnik nicht eingeschränkt und erstickt fühlen, und auch keinen ungenauen Projektionseindruck der natürlichen Landschaft, in die wir uns eingenistet haben.
Auf meinen vielen Spaziergängen wurde mir bald klar, dass diese neue, scheinbar düstere, flache und offene Landschaft in Wirklichkeit von intensivem Leben erfüllt war. Während der Tagesstunden erschienen kleine Hinweise, die mir das Ausmaß der Aktivität während der Nacht verdeutlichten. Federbüschel, Tierabdrücke aller Größen, die sich regelmäßig überlagernde Wege, abgenagte Äste, Eierschalen, Ameisenhügel, angeknabberte Pilze und beschäftigte Nacktschnecken.

Ich begann, mir die Tiere in absoluter Dunkelheit auf dem Waldboden vorzustellen, angetrieben von Instinkten und ihrem Überlebenswillen. Ich stellte mir vor, wie sie sich begegneten. Ich dachte an ihre Augen - fast überflüssig, mitten in der Nacht - und ihren Geruchssinn und ihr Gehör, die fein abgestimmt und erhöht waren.
Ich überlegte, wo sich diese Aktivität entfalten könnte, verbunden mit einer hoffnungsvollen Voraussicht und platzierte mit Bewegungssensoren ausgestattete Kameras an Bäumen, meist auf einem niedrigen Niveau, so dass jede Bewegung den Verschluss der Kamera und einen Infrarotblitz (der außerhalb des visuellen Spektrums der Tiere lag) auslöst.

Die ersten Ergebnisse erfüllten mich mit Faszination und Freude, als sie zeigten, wie es war, in eine andere parallele und überirdische Welt hinaus zu gehen. Die stillen Fotografien schienen auch Geräusche zu erfinden.
Diese Geisteshaltung und Arbeitsweise brachte zurück in das von 13 Jahren zu meinem allerersten Fotoprojekt zurück. Damals saß ih am Badezimmer-Fenster meines Elternhauses in Bristol mit einem 10-Meter-Kabel, das an der Kamera befestigt war , um Gartenvögel zu fotografieren.
Im Laufe der Zeit begann ich mir vorzustellen, ich sei eine Reh; wo würde ich trinken oder als ob ich eine Eule wäre: wo würde ich mich lieber aufhalten?
Ich positionierte Kameras an solchen Orten. Ich komponierte bereits die rechteckige Ansicht vor meinem geistigen Auge - obwohl die nachtaktiven Tiere abwesend waren - und stellte mir vor, sie wären dort. Die Natur selbst hat geholfen, die Palette und das Gefühl der Bilder zu bestimmen, indem Pflanzenpigmente aus den umliegenden Bereichen eingearbeitet wurden, um die endgültigen Meisterabzüge herzustellen." (Stephen GILL)